Mein digitaler Werkzeugkasten
Die meisten Entwicklungs-Setups sind unnötig kompliziert. Zu viele Tools, zu viele Sonderlösungen, zu viele Konfigurationen, die mehr Pflege brauchen als die eigentliche Software. Am Ende verliert man mehr Zeit mit der Umgebung als mit dem Problem, das man eigentlich lösen will.

Ich habe das für mich irgendwann radikal vereinfacht. Ein Server. Viele Projekte. Keine Port-Konflikte. Ein Setup, das einfach läuft. Der Gedanke dahinter kommt noch aus meiner Ausbildung: Für jede Aufgabe das passende Werkzeug, aber die Werkstatt selbst muss sauber und verlässlich sein.
Die Werkstatt vor den Werkzeugen
Im Handwerk hat mir niemand erklärt, welche Bohrmaschine die beste ist. Stattdessen habe ich gelernt: Räum deinen Arbeitsplatz auf. Wisse, wo dein Werkzeug liegt. Und sorge dafür, dass alles funktioniert, bevor du anfängst.
In der Softwareentwicklung ist das nicht anders. Egal ob DDEV für lokale Container, Git für die Versionskontrolle oder PHPStorm und Visual Studio als IDE — jedes dieser Tools tut genau das, was es am besten kann. Nicht mehr, nicht weniger. Es gibt kein Swiss-Army-Knife, das alles abdeckt. Aber es gibt ein Setup, in dem jedes Werkzeug seinen Platz hat.
Ein sauberes Setup bedeutet auch: wenig Überraschungen. Wenn ich ein neues Projekt starte, weiß ich, wie es läuft. Gleiche Ordnerstruktur, gleiche Konventionen, gleiche Workflows. Nicht weil ich stur bin, sondern weil Routine Kopfkapazität freisetzt — für die Probleme, die tatsächlich mein Denken brauchen.
KI als Verstärker, nicht als Ersatz
Was sich in den letzten Monaten massiv verändert hat: KI hat sich nahtlos in meinen Workflow integriert. Aber eben nicht als Ersatz für mein Denken, sondern als Verstärker. Sie hilft bei repetitiven Aufgaben, beim schnellen Durchdringen von fremdem Code, beim Ausprobieren neuer Ansätze.
Das funktioniert aber nur deshalb so gut, weil das Fundament stimmt. Es ist wie an der Werkbank: Die beste Maschine bringt dir nichts, wenn in deiner Werkstatt Chaos herrscht. Wenn dein Setup sauber ist, wird KI zu einem echten Hebel. Wenn nicht, produziert sie einfach nur schneller Chaos.
Ich habe Entwickler gesehen, die mit dem teuersten Equipment und den neuesten KI-Tools arbeiten — und trotzdem mehr Zeit mit Tooling-Problemen verbringen als mit Code. Und ich habe Entwickler gesehen, die mit einem Texteditor und drei Shell-Aliases schneller sind als jede AI-Autocomplete-Engine.
Weniger ist fast immer mehr
Jedes Tool, das ich zu meinem Setup hinzufüge, muss eine einfache Frage bestehen: Macht es meine Arbeit messbarer besser? Nicht theoretisch. Nicht in der Demo. Sondern in meinem täglichen Workflow, bei meinen tatsächlichen Projekten, mit meinen realen Anforderungen.
Die meisten Tools bestehen diesen Test nicht. Nicht weil sie schlecht sind — sondern weil der Grenznutzen irgendwann gegen null geht, während die Komplexität weiter steigt.
Der beste Werkzeugkasten ist nicht der mit den meisten Werkzeugen. Sondern der, in dem jedes Werkzeug seinen Platz hat und regelmäßig benutzt wird.
Ein Server. Spezialisierte Tools. Klare Konventionen. KI als Verstärker. Mehr brauche ich nicht. Und genau das ist der Punkt: Mehr wäre weniger.